Zelt - Zelte
Die Ferien im Zelt zu verbringen, das war vor allem in den 1950er und
1960er Jahren sehr beliebt, als Campingurlaub noch billig war und vielen
Menschen die Möglichkeit bot, selbst mit einem kleinen Budget ferne Länder zu
erkunden. Heute legen Touristen häufig großen Wert auf Komfort und verbringen
ihren Urlaub in Hotels oder Ferienwohnungen. Viele eingefleischte Camper haben
das alte Steilwandzelt und die Luftmattratze gegen einen Wohnwagen oder ein
Wohnmobil eingetauscht. Aber das Zelt ist als flexible
Übernachtungsmöglichkeit nicht ausgestorben, immer noch gibt es Familien, die
ihre Ferien in modernen Zelten verbringen und vor allem junge Leute wissen den
preiswerten und flexiblen Zelturlaub noch zu schätzen.
Besondere Bedeutung haben Zelte heute vor allem bei Trecking-Freunden,
Motorradfahrern und anderen Abenteurern, denn sie sind häufig darauf angewiesen,
ihren eigenen Schlafplatz bei sich zu haben. Dieser Schlafplatz darf aber wenig
Gewicht und nur ein geringes Packmaß haben, damit man es tragen oder in dem
begrenzten Stauraum eines Motorrads transportieren kann. Die Hersteller moderner
Zelte werden diesen Ansprüchen gerecht, indem sie immer neue Entwicklungen
hervor bringen. Die kleinsten Zelte waren ursprünglich kleine Hauszelte mit
einer Höhe von manchmal gerade einmal einem Meter. Sie wurden mit Hilfe von zwei
oder drei Metallstangen aufgebaut und standen erst, nachdem sie rundherum
gründlich abgespannt waren. Die Zelthaut bestand aus einem stabilen und gut
imprägnierten Baumwollstoff und der Boden aus einer schweren Kunststoff-Plane.
Ein solches Zelt bot zwar nicht viel Platz, hatte aber verglichen mit
modernen Zelten ein großes Packmaß und ein hohes Gewicht. Später verwendete man
schon Aluminium-Stangen und eine Zelthaut aus dünner Kunststoffplane, um Platz
und Gewicht zu sparen. Revolutioniert wurde die Zelt-Technik durch die Erfindung
des Iglu-Zeltes in den 1970er Jahren. Sie ermöglichen eine wesentliche
Gewichtsersparnis und besonders kleine Packmaße.
Charakteristisch für dieses Zelt ist die Form, die den Iglus der
Eskimos nachempfunden wurde. Diese Form erhält das Iglu-Zelt dadurch, dass
anstelle von Metallstangen ein flexibles Gestänge aus Glasfiber eingesetzt wird.
In der einfachsten Form besteht das Gestänge aus zwei Glasfiberstangen, die über
Kreuz aufgestellt werden. Zur Vereinfachung des Aufbaues schiebt man die Stangen
in Laschen, die dafür an der Zelthaut befestigt sind. Sobald die Enden der
Glasfiberstangen am Boden befestigt sind, steht das Zelt bereits.
Der Aufbau eines Iglus-Zeltes dauert also nur wenige Minuten. Wenn kein Wind
zu erwarten ist, muss das Iglu nicht einmal mit Zeltnägeln am Boden befestigt
oder abgespannt werden. Es empfiehlt sich aber dennoch, das immer zu tun, da das
Wetter sich schnell ändern kann. Um das geringe Packmaß zu ermöglichen, können
die Zeltstangen zusammengefaltet werden, denn sie sind mit einem flexiblen Ban
verbunden und lassen sich in kurze Stücke auseinanderziehen. Aus dem
ursprünglichen Zelt in Iglu-Form wurden inzwischen vielfältige
Variationen entwickelt, so dass auch große Familienzelte schon nach diesem
Grundprinzip hergestellt werden. Vor allem aber die Technik und die Materialien,
die im Zeltbau zum Einsatz kommen, verbessern sich ständig. Ein hochwertiges
Iglu-Zelt wiegt kaum mehr als zwei Kilogramm und bietet selbst bei starkem Sturm
hervorragenden Schutz. Inzwischen gibt es sogar schon ein Zelt, das sich
selbsttätig aufbaut, das sogenannte Pop-Up-Zelt.
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